ISLAM IST EINFACH

22-08-2017

Allah (s.w.t.) ist der Schöpfer der Menschheit und deshalb kennt Er die Feinheiten der Menschheit besser als diese selbst. Allah (s.w.t.) hat für uns eine Religion ausgewählt, die am besten zur Natur des Menschen passt: Eine Religion, die nicht in die Extreme geht, seien es Schwierigkeiten oder Nachlässigkeiten, sondern die einem mittleren Weg folgt. Mit anderen Worten: es ist eine Religion, die leicht zu befolgen ist. Allah (s.w.t.) sagt: "...Allah will es euch leicht machen, Er will es euch nicht schwer machen..." (2:185) Und: "...Allah will euch keine Schwierigkeiten auferlegen..." (5:6)

 

Solch eine Leichtigkeit ist gut erklärt in einem Hadith von Abu Hurairah (r.a.), in welchem der Prophet (s.a.w) sagte: "Religion ist einfach..." (Bukhari) und er (s.a.w.) sagte auch: "Die beste Religion ist die einfachste." (Ahmad) Die Leichtigkeit dieser Religion wurde in die Praxis umgesetzt durch den besten Menschen, der kam um die Botschaft zu übermitteln, so wie Allah es sagt: "Nun ist bereits eine Gesandter aus euren Reihen zu euch gekommen. Es betrübt ihn wie ihr euch versündigt! Er sorgt sich um euch! Gegen die Gläubigen ist er (aber) gütig, barmherzig" (9:128).

 

Dieses Verständnis wird in einem Hadith ausgedrückt, in welchem der Prophet (s.a.w.) sagte: "...Allah hat mich nicht gesandt, um hart zu sein oder Schaden zu verursachen, sondern Er hat mich gesandt um zu lehren und die Dinge einfach zu machen." Dieses Verständnis wurde angewandt in der Barmherzigkeit die (von Allah) den Menschen gegeben wurde: Muhammad (s.a.w.)! In einem Hadith berichtet seine ehrwürdige Frau Aisha (r.a.): "Wann immer der Prophet die Wahl zwischen zwei Dingen hatte, wählte er das leichtere, es sei denn dies wäre eine sündhafte Handlung." (Bukhari)

Viele Ahadith berichten über solche Dinge: "Allah möchte es für dieses Volk leicht machen und Er hasst Härte und Widrigkeiten." (Tabarani)

 

"Uns wurde ein Privileg gegenüber anderen Völkern gegeben... uns wurden Verse gegeben, die niemand anders gegeben wurden, die beiden letzten Verse von Sure Baqarah: '...Unser Herr, mache uns nicht zum Vorwurf, wenn wir vergessen oder Böses tun... Unser Herr, lade uns nicht auf, was über unsere Kraft geht...' Nach jedem Satz antwortet Allah, indem Er sagt: 'Ich tat, ich tat, ich tat...'" (Muslim)

 

Um dieses Verständnis gegenüber seinen Gefährten zu betonen, gab es folgendes Ereignis: Als eine Beduine aufstand und begann in der Moschee zu urinieren, nahmen die Menschen ihn fest, aber er (s.a.w.) befahl ihnen, ihn (den Beduinen) laufen zu lassen und einen Kübel oder Becher Wasser über den Ort zu schütten, wo er uriniert hatte. Der Prophet (s.a.w.) sagte dann: "Ihr müsst die Dinge einfach machen und nicht schwierig" (Bukhari).

 

Ein Beispiel, das diesen Punkt verdeutlicht ist das Gebet (Salah), eine Handlung, die so wichtig und unerlässlich ist, dass der Prophet (s.a.w.) sagte: "Zwischen einer Person und dem Unglauben liegt das Aufgeben des Gebets." (Muslim) Er warnte davor, selbst im Angesicht seines Todes, in seinen letzten Atemzügen und vor dem Verlassen dieser Welt, das Gebet zu vernachlässigen.

 

Trotzdem liegt auch in dieser gottesdienstlichen Handlung für Allah, Leichtigkeit. Zuerst sollte die Anzahl der Gebete 50 (täglich) betragen aber dies wurde mehrere Male reduziert bis es ausschließlich 5 waren. Dann wurde verkündet: "O Muhammad diese Anordnung wird nicht verändert. Diese 5 aber entsprechen (in ihrer Belohnung) 50 (Gebeten)." (Tirmidhi)

 

 

Ursachen, warum es als hart empfunden wird den Islam zu praktizieren

 

Wenn der Islam eine leicht zu praktizierende Religion ist, warum finden wir dann viele Muslime, die sie nicht praktizieren? Warum finden wir sie darin, dass sie wenig von dem tun, was sie eigentlich tun sollten? Und warum empfinden selbst diejenigen, die ihre Religion praktizieren dies manchmal als schwierig?

 

Es gibt Gründe warum das Praktizieren des Islam schwierig werden kann.

 

1) Mangel an Frömmigkeit:

 

Wenn wir davon sprechen, dass der Islam einfach ist, dann sprechen wir in Wirklichkeit davon, dass die gottesdienstlichen Handlungen und die Moral einfach sind. Religion wird definiert als Hingabe und Gehorsam gegenüber einem Herrn (Rabb). Deshalb ist sich eine religiöse Person immer bewusst, dass wir alle Knechte unseres Herrn Allah (s.w.t.) sind. Hier erkennen wir den Fehler, dass wenn man etwas als "einfach" bezeichnet, dies nicht bedeutet "nichts tun", und nur zu sagen "Ich bin Muslim" und dann gar nichts mehr macht. Es ist offensichtlich, dass diese (nicht praktizierenden Personen) etwas Leichtes wollen, aber was wollen sie genau? Sie wollen ein leichtes Leben, eine Leben ohne religiöse Taten.

 

Der eitle Glaube, das einzige Existierende zu sein, wurde schon lange zuvor von Allah zurückgewiesen. Er sagt: "Glaubt ihr denn, Wir hätten euch erschaffen und ihr würdet nicht zu uns zurückgebracht." (23:115)

 

Der Islam ist leicht zu praktizieren, aber diejenigen, die nicht den Grund hinter ihrer Existenz verstehen, die nicht das Konzept der Religion verstehen, sondern sich nur um die Sicherung des Lebensunterhalts kümmern, diese werden die Praktizierung (des Islam) als schwierig empfinden.

 

Die Leichtigkeit des Islam wird in all seinen Anordnungen gefühlt. Einige Menschen empfinden es evt. als schwierig, der einen oder anderen Anordnung zu folgen, aber das bedeutet nicht, dass die Anordnung als solche hart ist. Häufig liegt die Ursache in der Person selbst begründet. Zum Beispiel ist das Gebet eine gottesdienstliche Handlung, so wie es Allah (s.w.t.) verdeutlicht hat: "Und helft euch durch Geduld und Gebet; dies ist wahrlich schwer außer für Demütige" (2:45).

 

Das Gebet ist eine leichte gottesdienstliche Handlung außer für diejenigen, die sich nicht wirklich ihrem Herrn unterwerfen; diese werden es als mühselig empfinden. Warum empfinden sie dies so? Die Antwort lautet, dass nicht das Gebet an sich schwierig ist, sondern die Herzen der Menschen haben sich vom Guten zum Schlechten gewandt, so wie es Allah (s.w.t.) erwähnt: "Wahrlich, die Heuchler versuchen Allah zu überlisten; doch Er wird sie überlisten. Und wenn sie sich zum Gebet hinstellen, dann stellen sie sich nur ungern auf..." (4:142)

 

2) Unwissenheit

 

Die Gesetze des Islam bestehen nicht nur aus "tu dies" und "tu dies nicht". Hinter jeder Pflicht steckt eine Weisheit und Absicht. Es sollte für uns keinen Unterschied machen, ob wir die Weisheit einer bestimmten Pflicht kennen oder nicht, denn auch wenn wir diese heute noch nicht erkennen, so wird diese, wenn Allah es will, den späteren Generationen enthüllt. Was von uns zuerst erwartet wird ist, dass wir uns unterwerfen und jede Anordnung befolgen.

 

Zum Beispiel das Spenden der Almosenabgabe reduziert (auf den ersten Blick) eindeutig das Vermögen des Spenders. Der Islam sagt nicht: "Zahle die Almosenabgabe, zahle die Almosenabgabe!", da dies die Menschen nicht motivieren und es schließlich schwierig für sie machen würde, danach zu handeln. Stattdessen sagt Allah: "Wer ist es, der Allah ein gutes Darlehen gibt, damit er es um ein Vielfaches verdoppele?" (2:245)

 

Der Prophet (s.a.w.) sagte: "Wahrlich der Reichtum nimmt nicht ab, wegen dem was ihr als Spende gebt." (Muslim).

 

Es scheint oft so zu sein, dass die Muslime danach fragen, ob die Handlung oder die Angelegenheit halal oder haram ist. Mit solch einer Haltung wird man (evt.) nie ans Ziel gelangen, denn hinter jeder Anweisung steht ein Aspekt der Weisheit. Ohne dies zu verstehen, wird das Praktizieren des Islam zu einer schweren Last. Mit einem starken Glauben müssen wir nicht immer danach fragen ob dieses oder jenes halal oder haram ist, sondern ob es Allah gefällt. Deshalb sollten wir die Anordnungen annehmen und nach dem Wohlgefallen Allahs (s.w.t.) streben. Wenn das Wohlgefallen Allahs (s.w.t.) immer das Ziel ist, dann wird die Praktizierung der Religion einfach, egal welchen Schwierigkeiten wir dann gegenüberstehen.

 

3) Unangebrachte Umgebung

 

Es ist wahr, manchmal empfinden wir es als schwierig die Religion zu praktizieren, sogar Diejenigen, die sehr engagiert sind. Der Grund dafür ist, dass wir unsere Religion in einer nicht- islamischen Umgebung praktizieren. Islam bedeutet nicht, dass man praktiziert und gleichzeitig in eine Kufr Gesellschaft eintaucht. Das Praktizieren wird in solch einem Umfeld wahrlich schwierig sein. Deshalb kann man für die Schwierigkeiten nicht den Islam  verantwortlich machen, sondern die Umstände innerhalb der Gesellschaft. Kehren wir noch einmal auf das Beispiel des Gebets zurück. Wir haben gesehen, dass das Gebet an sich leicht ist, aber wenn man alleine unter Nicht-Muslimen betet und diese einen anstarren, dann wird es plötzlich schwierig. Die offensichtliche Schlussfolgerung lautet: das Gebet an sich ist nicht schwierig, aber die Umgebung hat es schwierig gemacht.

 

Ein anderes Beispiel ist das einer Frau, die einen Hidschab trägt und glücklich damit ist, sich zu bedecken. Würde man sich in einer muslimischen Gesellschaft befinden, dann würde es schwierig für sie (die Frau) sein, sich nicht zu bedecken oder für einen Mann, nicht dem Gebetsruf zu folgen und in der Moschee zu beten. Diese Schwierigkeiten haben nichts mit der Natur unserer Religion zu tun, aber wir versuchen, in einer dekadenten und unmoralischen Umgebung gut zu sein. Diese Wahrheiten sind nichts Unbekanntes im Islam, weil der Prophet (s.a.w.) seine Gefährten schon vor ca.1400 Jahren davor warnte und somit hat er auch uns gewarnt.

 

Durch Abu Tha'laba (r.a.) wurde berichtet: "...vor uns liegen Tage die Ausdauer (in der Praktizierung der Religion) erfordern. Derjenige, der Ausdauer zeigt, wird wie einer sein, der nach brennender Kohle greift. Derjenige, der in solch einer Zeit richtig handelt wird die Belohnung von 50 Männern erhalten, die so handeln wie er es tut." Die Zuhörenden sagten: " Die Belohnung von 50 von ihnen ja Gesandter Allahs!" Er antwortete:" Die Belohnung von 50 von euch." Ein Gefährte sagte: "Jetzt findest du die Menschen, die dir helfen, gute Taten zu tun, aber dann werden sie nicht mehr finden was ihnen hilft, sondern sie werden Dinge antreffen, die sich ihnen widersetzen und gegenüberstehen." (Tirmidhi)

 

Der Islam ist eine Religion der Leichtigkeit. Wenn wir es akzeptieren, dass es eine Religion ist, mit der wir "ernst" machen, dann sollten wir ihr Konzept übernehmen und in einem reinen Umfeld praktizieren (und nicht in einem korrupten und dekadenten), dadurch wird es leichter sein, die Religion zu praktizieren. Es ist nicht möglich, eine hundertprozentige gute Gesellschaft zu haben, aber wir sollten dies versuchen indem wir in einer Gesellschaft mit guten Muslimen leben. Dadurch verliert die Religion ihre Hindernisse.

 

Die Leichtigkeit des Islam wird sogar durch die Feinde des Islam bezeugt. Dies wurde offensichtlich in der Aussage der Juden zur Zeit des Propheten (s.a.w.) als eine Frau und eine Mann von ihnen Unzucht begingen. Einige von ihnen sagten zu den Anderen: "Lasst uns zu diesem Propheten gehen, weil er wurde mit einem leichten Gesetz gesandt..." (Abu Dawud).

 

Daher möge Allah uns zu solchen Menschen machen, wie Er sie hier beschreibt: "...es sind jene, die auf das Wort hören und dem besten von ihm folgen. Sie sind es, denen Allah den Weg gewiesen hat und sie sind es, die Verstand besitzen" (39:18).

 

(Aus dem Englischen übersetzt von Abu Bakr Stark)


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