EIGENSCHAFTEN DIE EIN ISLAMISCHER FÜHRER / KALIF BESITZEN MUSS

08-05-2018

8 Eigenschaften, die ein Führer besitzen muss

1. Er muss die Da'wa kennen

Damit der Führer der Bewegung seine Da’wa vollständig kennt, muss er ihre ideellen Grundsätze, ihr Management und ihre Verwaltung auf einem sehr hohen Niveau begriffen haben. Außerdem bedarf es der Fähigkeit, die Kontrollmechanismen der Bewegung richtig abzuwenden, sowie der Kenntnis über alle Ereignisse innerhalb der Bewegung.

Der Erfolg der Führung liegt darin, dass sie an ihren eignen Grundsätzen unerschütterlich festhält, sich niemals bin den Menschen in der Bewegung entfernt und sich auf keinen Fall in Abgeschiedenheit zurückzieht. Im Gegenteil, die Verantwortung der Führung liegt in einer steten Verbindung mit den unter dem Befehl der Führung agierenden Personen und im Wissen über deren Sorgen und Probleme.

 

2. Er muss sich selbst kennen (sein eigenes Nafs kennen)

Eine weitere Eigenschaft des Führers ist es, zu wissen, in weichen Angelegenheiten er stärken und in welchen er Schwächen aufweist. Ein Führer, der seine Stärken, Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht kennt, kann nicht erfolgreich sein. Im Gegenteil ein solcher Führer wird seine Da’wa vielmals großer Gefahren aussetzen. Deswegen muss er folgendes tun:

  1. Er muss wissen, wo seine Schwächen liegen und sich dementsprechend in diesen Bereiche  stärken
  2. Er muss unermüdlich an der Weiterentwicklung und Verbesserung seiner starken Seiten arbeiten
  3. Seine Allgemeinbildung muss umfangreicher werden. Er muss stets bemüht sein, verschiedene Themen, Ansichten und politische, soziale und wirtschaftliche Ideen kennenzulernen
  4. Er muss die Lebensgeschichten von sowohl muslimischen, als auch nicht-Muslime suchen Führungspersönlichkeiten analysieren und die von Ihnen angewandten Vorgehensweisen studieren. Er muss die Arten und Ursachen derer Erfolge und Niederlagen gut kennenlernen

 

3. Er muss die Menschen unter seiner Leitung gut beobachten

Der Führer muss die Individuen unter seiner Leitung aufmerksam beobachten, sie gut kennenlernen, über ihre privaten und sozialen Umstände Bescheid wissen und praktisch Freud und Leid mit ihnen teilen, und er muss stets bemüht sein, ihre individuellen Probleme zu lösen. Diese besondere Haltung von ihm wird dafür sorgen, dass sein Gefolge sich noch enger an ihn binden und vertrauen zu ihm aufbauen wird. Folglich wird dieser Umstand ihm dabei helfen, das Potential und die Fähigkeiten dieser Menschen noch viel effektiver auszuschöpfen.

 

4. Er muss ein gutes Vorbild sein, dem man Folge leisten kann

Die Individuen beobachten stets die Leute in der Führung und nehmen sich diese zum Vorbild, eiern ihnen nach und befolgen ihren Weg.

Der Weg eines Führers, seine Lebendigkeit, sein Charakter, seine Worte und sein Verhalten beeinflussen das Volk bzw. seine Gefolgschaft direkt in ihren Handlungen. Was für ein schönes Vorbild doch Rasul’Allah saw. hierbei für seine Gefährten war:

„Wahrlich, ihr habt an dem gesandten Allahs ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den Letzten Tag hofft und Allahs häufig gedenkt.“ (Sure al-Ahzab, 21)

Auch die Gefährten Rasul’Allah saw. waren rechtschaffene Vorreiter und Führer, die zur Wahrheit aufriefen. Rasul’Allah saw. charakterisiert sein einem Hadith wie folgt: „Meine Gefährten sind genauso wie Sterne. Egal welchem ihr auch von ihnen folgt, ihr werdet stets auf den Weg der Wahrheit geführt.“

 

5. Er muss einen scharfen Blick und eine klare Kante besitzen

Der Führer muss in jeder Angelegenheit strukturierte, organisierte und durchdachte Schritte vollziehen, in unterschiedlichen Situationen jeweils treffende Entscheidungen fällen, was ihm daraus folgend das Vertrauen und die Zustimmung seiner Gefolgschaft garantiert.

Im Zweifel und in Unschlüssigkeit zu verweilen, sich in Verwunderung und Ausweglosigkeit zu befinden wird zu Konflikten unter den Individuen führen, Vertrauensverlust hervorrufen und das vorhandene System in seinen Grundpfeilern erschüttern. Wie wahr doch Rasul’Allah saw. sprach:

„Allah liebt den scharfen Blick in Zeiten der irre und den Verstand der Reife erlangt hat, während Gelüste diesen von allen Seiten attackieren.“

Det Führer muss wissen, dass auch wenn er in seiner Ansicht, die er für richtig hält, einsam bleibt oder deswegen  große Strapazen auf sich nehmen muss oder sogar sich selbst für diese Wahrheit opfern muss, er gehen diese Probleme angehen und an seiner Ansicht festhalten muss. Die Worte Abu Bakrs zu denen, die nicht wollten, dass er Usamah als Kommandant der Armeen einsetzt und losschickt, sind hier ein seh schönes Vorbild:

„Ich werde niemals eine Armee aufhalten, die Rasul’Allah saw. losgeschickt hat. Selbst wenn ich wüsste, dass deshalb die Hunde in Madinah unsere Leichen fressen werden, würde ich diese Armee trotzdem losschicken.“

 

6. Er muss einen starken Willen besitzen

Ein starker Wille ist einer der Grundpfeiler der Führungspersönlichkeit. Der starke Wille überkommt sogar bewaffnete Bedrohungen. Mit einem starken Wille werden Probleme gelöst und alle Engpässe werden überwunden. Die muslimischen Führer müssen heute mehr denn je zuvor einen stählernen Willen aufweisen, um den Schwierigkeiten und Problemen unserer Zeit entgegentreten zu können.

Das größere Unheil und Unglück für eine Bewegung ist die Existenz einer unentschlossenen und instabilen Führung. Nicht nur begangene Fehler, sondern auch das unterlassen von notwendigen Schritten können für das Stocken und Abbremsen einer Bewegung verantwortlich sein. In aufkommenden negativen Entwicklungen nicht rechtzeitig auf angemessene Art zu reagieren, kann unwiderruflich, fatale Folgen für die Bewegung haben.

 

7. Natürliches Charisma

Dies ist eine angeborene Eigenschaft. Sollte sie der Führer besitzen, wird er die Herzen der Menschen mit Leichtigkeit für sich gewinnen können. Diese Eigenschaft ist eines der stärksten Einflussfaktoren zur Bildung eines Führungscharakters.

 

8. Optimismus

Diese Eigenschaft ist im Allgemeinen als eines der wichtigsten Bestandteile des Führungscharakter anerkannt. Deshalb ist es eine Notwendigkeit des Führungsamt, stets Optimismus, Hoffnung und Zufriedenheit zu verspüren. Jedoch darf ihm dieser Umstand nicht dazu führen, aus Überheblichkeit Aktionen zu starten und Positionen einzunehmen, die später negative Folgen nach sich ziehen. Hoffnungslosigkeit führt zu schlimmen Zusammenbrüchen und Untergängen im Leben des Menschen, aber auch in der allgemeinen Gesellschaft. Sie ist eine wahrhaft gefährliche Eigenschaft. Hoffnungslosigkeit als Weisheit, und Hoffnung als Unempfindlichkeit bzw. Überheblichkeit zu verstehen, ist ein großer Fehler.

Die Führung ist die vorreitende Kraft der Muslime und der Kopf des Geleits. Sie hat einen immensen und tiefen Einfluss auf die Reihen der Bewegung. Wenn sie zerschlagen wird und in Hoffnungslosigkeit fällt, werden die Reihe  ebenfalls durchbrochen und sie verfallen in Pessimismus. Der Widerstand der Führung gegenüber Schwierigkeiten, ihr Erfolg beim überwinden von Hindernissen, sowie ihre entschlossene Haltung gegenüber Unannehmlichkeiten wird bei den Individuen und Soldaten Gefühle der Hoffnung, aber auch einen Eifer, voranzuschreiten, hervorrufen.

Ich möchte an dieser Stelle ein Beispiel für das Unvermögen eines Führers nennen:
Einer unserer Brüder, der die Verantwortung einer islamischen Bewegung übernommen hatte, vernachlässigte stets manche Mitglieder, wenn immer er begriff, dass diese ihn im Wissen, im Verständnis, in der Organisation, sowie in der Erziehung überholt hatten. Er begnügte sich damit, sich danach nur noch um die vom Niveau her niedrigeren Mitglieder zu kümmern und beschäftigte sich ausschließlich mit deren Erziehung. Doch dies ist wie eine schwere Krankheit, die die Aufrichtigkeit schwächt. Sollten wir uns denn nicht daran erfreuen, dass Leute, die wir erzogen haben, uns im Wissen und in der der Erziehung überholt haben? Auch sollten wir zurücktreten können, um anderen besseren den Weg ebnen zu können.

Ein weitere Bruder war sehr talentiert darin, junge Leute für islamische Aktivitäten zusammenzurufen, sie für sie islamische Bewegung zu begeistern, ihnen im Bereich der Bewegung Erziehung zu geben und sie reifer zu machen. Egal wo er sich befand war er in der Lage, ein Umfeld für die islamische Arbeit aufzubauen. Er war jedoch nicht in der Lage, seinen von ihm erzogenen Freunden eine für spätere Stufen notwendige, ausreichende Erziehung in der Verwaltung und Disziplin zu vermitteln.

Die islamische Bewegung ausschließlich aus Vorträgen und Seminaren bestehend anzusehen, und keine Erziehungsprogramme zur Bildung von ernsthaften Kadern aufzustellen, hat fatale Folgen. Denn dies wird die Bewegung zu einer Ansammlung von führungslosen Herden umwandeln und das Ziel in sehr weite Entfernung rücken und den Erfolg immens verzögern.

All die oben aufgezählten Eigenschaften sind jeweils für die gesunde Entwicklung der islamischen Bewegung absolut notwendig.


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