DEFINITIONEM ISLAMIST

21-08-2017

Die Muslime befinden sich heute weltweit, insbesondere aber im sogenannten freien Westen, in einer Lage der Schwäche und Ratlosigkeit, was sich u.a. darin äußert, dass sie die Begriffsbestimmungen ihrer Feinde übernehmen und – vielleicht gedankenlos – nachplappern.

Das eklatanteste Beispiel sind wohl die Begriffe „Islamismus“, „islamistisch“ und „Islamist“. Nach dem deutschen Wörterbuch ist „Islamismus“ ursprünglich mit „Islam“ gleichzusetzen, ebenso wie „Islamit“ (= Muslim) und islamitisch (= islamisch) – (ohne s vor dem t), bzw. kommen die Begriffe „Islamismus“ usw. überhaupt nicht vor. Dementsprechend wird der Begriff „Islamist“ von denjenigen, die ihn im deutschsprachigen Raum heute verwenden, sehr unterschiedlich gebraucht und reicht von einem jeden Muslim, der sich zu seiner Religion bekennt und sie praktiziert und die Existenz eines islamischen Staates irgendwo auf der Welt bejaht, bis hin zum Terroristen. So finden wir z.B. in von einigen Angehörigen der prozionistischen „Antideutschen“ verfassten Artikeln mitunter, dass wenn sie von Muslimen sprechen, das Wort „Muslim“ oder „Islam“ überhaupt nicht vorkommt, sondern nur „Islamist“ oder „Islamismus“ (wobei dies von ihnen allerdings im negativen Sinn und sehr aggressiv gemeint ist). Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang auch, dass staatliche Organe, wie der Verfassungsschutz und sogar der Bundestag, diese Begriffe übernommen haben, wobei sie sich das Recht anmaßen, zu bestimmen, wer noch nur „Muslim“ und wer bereits „Islamist“ ist. Die ganze Sachlage mutet somit nicht besser an, als diejenige im Mittelalter, als die Nichtmuslime, bzw. „Ungläubigen“, „Kuffâr“ oder „Kâfire“ die Muslime „Sarazenen“ nannten und zum Kreuzzug gegen sie aufriefen unter dem Schlagwort „Gott will es“ – und heute unter dem Schlagwort „die Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung erfordert es“.

Selbst im arabischsprachigen Raum ist zumindest dieser irreführende Begriff „islamistisch“, bzw. „Islamist“ in der Form „islâmiyy“, Plural: „islâmiyyûn, -în“ als Adjektiv zu „Islâm“ nach westlich-antiislamischer Definition übernommen worden, während es für „Islamismus“ im Arabischen keine Form gibt, da es für das Substantiv „Islamismus“ rückübersetzt nur die Form „Islam“ gibt. Der berühmte islamische Theologe Abu l-Hasan al-Asch´ariyy (geb. 260 = 873/874 in Basra, gest. 324 = 935 in Baghdâd) hat seinem Hauptwerk über islamische Sekten den Titel „Maqâlât al-Islâmiyyîn“ gegeben, was man im Deutschen mit „Die Meinungen der Islamisten“ wiedergeben könnte. Danach ist ein „Islamist“ jemand, der sich dem Islam zugehörig erachtet, selbst wenn er per definitionem nicht dazu zu rechnen ist, wenn seine Glaubenslehre nicht mit der islamischen vereinbar ist, wie z.B. die „Ahmadiyya“ (genauer: „Qâdiyâniyy“) heute. Damit ist jeder Muslim ein Islamist – außer wenn er selbst sich nicht als Muslim betrachtet, obwohl er einer ist –, aber nicht jeder Islamist ein Muslim. Aufgrund der Unkenntnis ihrer eigenen Literatur bei den meisten heutigen Muslimen und der überheblichen Dominanz des Abendlandes, ist den Muslimen, bzw. „Islamisten“ oder „Islamiten“ nun eine ganz andere, ja nicht einmal wirklich fest umrissene Definition aufgedrückt worden, und diese haben sie in ihrer Torheit einfach so von ihren Feinden übernommen und fühlen sich angegriffen, wenn man sie als „Islamisten“ bezeichnet und versuchen stets eifrig, sich davon zu distanzieren, „Islamisten“ zu sein, was ihnen letztlich wohl aber nur dann gelingen wird, wenn sie selbst ihr Bekenntnis zum Islam aufgeben, solange sie es ihren Feinden überlassen, die Begriffe zu definieren, unter denen sie von ihnen ausgegrenzt oder angenommen werden.

Da diese Begriffsbestimmung seitens der Nichtmuslime anscheinend einer Einstellung gemischt aus Unwissenheit und Böswilligkeit gegenüber dem Islam und den Muslimen entspringt, sollten diese, anstatt zu versuchen, sich mit ihren Feinden anzubiedern, lieber unter Bewahrung ihres Ehrgefühls auf eine Kommunikation unter solch erniedrigenden Bedingungen verzichten und sich der Sunna des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und gebe ihm Heil – erinnern, dass es in solchen und ähnlichen Fällen als Abstrafung angebracht ist, mit den anderen eine gewisse Zeitlang nicht mehr zu sprechen und sie zu boykottieren. – Und wer Allah fürchtet, dem schafft er einen Ausweg und gewährt ihm Versorgung, von wo (aus) er damit nicht rechnet. Und wer sich auf Allah verlässt, dem ist Er seine Genüge“ (Qur’ân 65 at-Talâq 2 f.) – wo also bleibt die Gottesfürchtigkeit der Muslime in Deutschland? Und wo bleibt die Härte seitens der Muslime, die die Ungläubigen in ihnen vorfinden sollen (vgl. Qur’ân 9 at-Tauba 123), wenn sie sich feindlich gegen sie verhalten, und sei es auch nur mit Worten?

Der „Islamist“ (= bekennende und praktizierende Muslim)

 

Autor: Abdullah


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